Digitale Fabrik und der Weg dahin - Industrie 4.0

Digitale Fabrik

Was ist eine digitale Fabrik? Die digitale Transformation mit der Umstellung aller Produktions- und Distributionsprozesse ist für viele Unternehmen eine große Herausforderung. Der Begriff der „Industrie 4.0“ soll diese digitale Revolution plakativ darstellen. Ein gelungenes Beispiel für die Digitalisierung von Produktions- und Distributionsprozessen ist die gesamte Intralogistik der Leesys GmbH. Intralogistik bezeichnet dabei den Teil der Logistik, der nicht auf der Straße stattfindet, sondern bezieht sich auf den Transport innerhalb der Gebäude.

 
Leesys – ein Beispiel für die digitale Fabrik

Basis für die Intralogistik der Leesys GmbH ist ein zentraler Lagerverwaltungrechner, ein hochautomatisiertes Lagersystem sowie eine Flotte aus mehreren fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF). Diese autonomen Fahrzeuge fahren wie von Geisterhand gesteuert durch die Produktionshallen, lagern Paletten in Regale ein, liefern benötigte Komponenten an den Fertigungsstraßen ab, holen die fertigen Produkte ab und liefern sie zuverlässig in den Versandbereich. Dabei sind die Fahrzeuge frei programmierbar und orientieren sich durch laserbasierte Sensoren. All dies macht die digitale Fabrik erst möglich.

 
„Mit Hilfe der durchgängigen Digitalisierung der Intralogistik werden interne Abläufe optimiert, Prozesse beschleunigt und Kosten eingespart“, weiß Elke Krenkel, bei Leesys für den Bereich Logistik verantwortlich.

Führerloses Transportfahrzeug

Hohe Komplexität – für die digitale Fabrik kein Problem

Das implementierte Logistikkonzept ermöglicht es, eine hohe Komplexität zu beherrschen. Das automatisierte Hochregallager ist für 1.700 Paletten und für 30.000 Behälter ausgelegt. Die Elektronikfertigung umfasst eine Fläche von 6.500 m² und in Summe acht SMD Bestücklinien. Die installierte Kapazität erlaubt eine Verarbeitung von 760.000 Bauelementen pro Stunde, so dass pro Jahr 20 Millionen Baugruppen gefertigt und geprüft werden können. Entsprechend viel Material muss beschafft, transportiert und dabei sicher dokumentiert werden.

 
Und um die Prozesse stetig weiter zu optimieren, reicht keine einmalige Investition. „Wir müssen kontinuierlich in Hard- und Software investieren, um das System so leistungsfähig wie möglich zu halten“, erläutert Elke Krenkel. „Gerade haben wir zum Beispiel alle Fahrzeuge mit einer aktualisierten Hard- und Software umrüsten lassen.“

 
Diese Aufwände haben natürlich ein Ziel. Denn die hohe Automatisierung und Digitalisierung der Intralogistik ist vor allem als eine Investition zu sehen. Und mit dieser Investition gewinnt Leesys Flexibilität und Produktivität. „Wir fertigen Losgrößen von 1 bis 14.000 Stück. Da brauchen wir Flexibilität und niedrigste Umrüstzeiten. Wir haben das Ziel, eine maximale interne Material-Lieferzeit von einer Stunde zu erreichen - vom Lager bis an die SMD Linie. Und das schaffen wir auch! Aber nur durch den Einsatz der automatisierten, fahrerlosen Produktionslogistik und das voll automatisierte Hochregallager“, erläutert Elke Krenkel. Anders ausgedrückt: Diese Mengen sind so nur in der digitalen Fabrik zu verarbeiten.