Erfolgreiche Zertifizierung DIN EN 61340-5-1 bei Leesys – 07/2017

Im Mai 2017 fand bei Leesys GmbH das Zertifizierungsaudit DIN EN 61340-5-1 durch die ESD Akademie statt. Leesys dokumentiert damit, dass das ESD Kontrollprogramm zum Schutz elektronischer Bauelemente gegen elektrostatische Entladungen den Anforderungen der DIN EN 61340-5-1 entspricht. Leesys freut sich über die erfolgreiche Zertifizierung.

 

ESD – die unsichtbare Gefahr

 
Elektrostatische Entladung (ESD) ist ein alltägliches Phänomen: Bereits ein kurzer Kontakt zweier Körper erzeugt eine elektrostatische Aufladung, die sich beim Kontakt mit einem weiteren Körper wieder entlädt. Das kann irreversible Schäden an elektronischen Bauteilen verursachen und damit negative finanzielle Folgen haben.

 
In der Elektronikfertigung kann es durch elektrostatische Entladung beispielsweise zu Schäden an den Elektronik-Bauteilen kommen. Neben direkt feststellbaren Fehlern kann sich ein Schaden auch so äußern, dass die geforderte Zuverlässigkeit eines Produkts durch latente Vorschäden nicht mehr gegeben ist.

 

Ihre Folgen können gleichwohl weitreichend sein und teuer werden, insbesondere wenn die Baugruppen in Geräten für sensible Einsatzbereiche zum Beispiel in der Medizin- oder Automobiltechnik verbaut werden.

 

ESD ist nicht vermeid-, aber beherrschbar

 

Elektrostatische Auf- und Entladungen können nicht vermieden werden, man kann sie lediglich sicher beherrschen. Die Aufladung kann auf zwei Wegen erfolgen. Immer wenn zwei Stoffe sich berühren, findet ein Ladungsaustausch statt. Ist einer der Stoffe isolierend, treten bei der Trennung hohe Spannungen auf. Dieser Effekt heißt Triboelektrizität und ist im Alltag als Reibungselektrizität bekannt, etwa wenn man über einen Teppichboden geht.
Wie hoch die elektrostatische Aufladung eines Menschen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielen die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit. In Abhängigkeit von den Umständen kann eine Aufladung von 35.000 Volt und mehr erreicht werden. In den meisten Fällen ist das unkritisch und wird bei der Entladung lediglich als unangenehm empfunden, sodass die Schreckreaktion das höchste Gefahrenpotenzial darstellt.

 
Die weitreichende Bedeutung des ESD-Schutzes wurde erst Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erkannt. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe nationaler und internationaler Normen. Die für die Elektronik wichtigste Norm ist die DIN EN 61340-5-1.

 
Nur konsequente Umsetzung führt zum gewünschten Ergebnis

 
Die Anforderungen an den ESD Schutzbereich sind vielfältig.  Neben ESD-gerechten Arbeitsplatzoberflächen, ESD-gerechter Kleidung, ESD-gerechtem Fertigungsequipment ist ein wichtiger Bestandteil der ESD-gerechte Fußboden. Er dient  der  Ableitung  vorhandener  elektrostatische  Ladungen  von  Personen,  Wagen  usw.  Der  Fußboden  muss  also  elektrostatisch  ableitfähig sei.

 
Um die steigenden Anforderungen gerecht zu werden und den ESD-Schutz bei Leesys noch weiter zu erhöhen, wurde der bisherige ESD-Fußboden im Fertigungsbereich überarbeitet. Durch den Einsatz der fahrerlosen Transportsysteme im Fertigungsbereich galt es zudem den besonderen, mechanisch hohen Belastungen an den Fußboden gerecht zu werden. Die Fahrwege der „yellow cabs“ wurden aus dem Grund in drei Schichten neu aufgebaut.

Nach  der  Grundierung mit einer umweltfreundlichen, wasseremulgierbaren, 2-komponentigen Epoxidharz-Beschichtung  wurde  als  Erdungselement  eine  Kupferlitze  verlegt. Die  nachfolgend  verarbeitete,  schwarzgefärbte  ESD-Leitschicht  dient  als Querleitschicht  in  den  elektrisch  ableit-fähigen Beschichtungssystemen. Nach 24 Stunden Trocknung konnte die elektrostatisch ableitfähige, mechanisch hoch belastbare Deckschicht aufgebracht werden.

 
Auch die Mitarbeiter bei Leesys werden fortlaufend intensiv geschult und verfügen über gutes ESD-Fachwissen. Ein Schulungsplan legt den gesamten Mitarbeiterkreis fest, der Schulung in Bezug auf ESD- Bewusstsein und ESD- Vorsichtmaßnahmen benötigt. Dazu zählen Eingangs- und  Wiederholungsschulungen, die vor der Handhabung  mit ESD-sensiblen Bauteilen stattfinden müssen.

 
Durch die konsequente Umsetzung der dargestellten Maßnahmen, die sehr viel an Fachwissen und Kontrollmaßnahmen erfordern, wurde das gewünschte Ergebnis erreicht.

 
Den Erfolg bescheinigte Anfang Mai 2017 die ESD Akademie nach einem erfolgreichen Audit mit der Vergabe des Zertifikates DIN EN 61340-5-1.